Wintersemester 2025/2026

 

 

@florianfaeth

Acker, Waldrand, Himmel – ein dreigeteiltes Bild einer montierten Landschaft. Zwei helle Trennlinien zwischen den Bildgründen lassen erahnen, dass die Realität komplexer ist, als sie zunächst erscheint. In der Verschmelzung verschiedener Orte öffnet sich ein Diskursraum über den Zustand der Wiedervereinigung, vor allem aber über das aktuelle Verhältnis von Ost- und Westdeutschland.

Steckt im Acker ein Kommentar zu den von Kohl versprochenen blühenden Landschaften? Ein Teil der Landschaft erblüht, der andere ist verblüht und abgeerntet. Naheliegend wäre die Annahme: Der gedeihende Westen hat den Osten bepflanzt und abgeerntet – doch die Arbeit verweigert konkrete Orte als Beleg und befragt die Erwartung von Eindeutigkeit.

Fast vierzig Jahre nach der Wende bleibt offen, wie aus Trennung Einheit wird. Die Arbeit birgt Hinweise auf kulturelle Unterrepräsentation und eine Ungleichverteilung von Ressourcen, ebenso wie auf Zusammengewachsenes. Wo Negative überlappen, blendet Licht aus – eine helle Linie, kein Riss, sondern sichtbar gemachte Einheit.