Was macht einen Menschen aus? Ist es der Körper, die Erinnerung oder sind es jene Spuren, die tief im Bewusstsein zurückbleiben? In dem Roman Solaris von Stanisław Lem führt der geheimnisvolle Ozean den Menschen immer wieder in sein eigenes Inneres. Was ihm dort begegnet, ist kein klar definierbares äußeres Objekt, sondern eine Existenz, die fortwährend auf Bewusstsein, Erinnerung und Unterbewusstsein reagiert. Der Ozean, der die Oberfläche des Planeten bedeckt, ruft vergangene Erfahrungen aus den Tiefen der Erinnerung zurück. Dadurch ist Erinnerung nicht länger nur bewahrte Vergangenheit, sondern wird zu einer Kraft, die fortwährend Bilder hervorbringt und die innere Wahrnehmung verstärkt.
In meiner Arbeit möchte ich eine Atmosphäre schaffen, in der Wahrnehmung und Vorstellung ineinandergreifen, und damit eine Erkundung in umgekehrter Richtung eröffnen: Wenn du glaubst, eine äußere Welt zu betrachten, begegnest du in Wahrheit jenen eigenen Erfahrungen, die verborgen und vergessen geblieben sind.



