Unter Beobachtung setzt sich mit dem Verhältnis von Mensch und Wildtier auseinander und untersucht, wie sich dieses in die Landschaft einschreibt. Als lesbares Gefüge aus tierischen und menschlichen Spuren wird die Landschaft zum Ausgangspunkt der fotografischen Recherche.
Die Fotografien verweisen auf die Anwesenheit der Wildtiere, beispielsweise durch Malbäume, Suhlen oder Wildwechsel. Ihnen gegenüber stehen menschliche Eingriffe wie Hochsitze, Kirrungen und Verbissschutz. Ergänzt werden die Aufnahmen durch die Auseinandersetzung mit Jagdtrophäen als Ausdruck von Aneignung und Wertzuschreibung.
Die Arbeit versteht Fotografie als eine Form des Spurenlesens: Wie ein Fährtenleser nähert sie sich aus sichtbaren Fragmenten einer abwesenden Wirklichkeit an, ohne diese vollständig auflösen zu können. Jede Spur verweist auf eine vergangene Handlung und bleibt zugleich offen für verschiedene Deutungen.
Ausgehend von diesen Spuren fragt die Arbeit nach den Blickverhältnissen: Wer beobachtet wen?



