Die Arbeit fragt, was mit Kontrolle passiert, wenn es kein Ziel mehr gibt. Normalerweise orientiert
sich Kontrolle immer an einem zukünftigen Zustand. Fällt dieser weg, bleibt nur die unmittelbare
Reaktion auf das, was gerade passiert.
Als Modell dient die Ameisenmühle, ein Phänomen, bei dem Ameisen den Pheromonspuren ihrer Artgenossen folgen, bis sie in einer Todesspirale gefangen sind. Dieses Prinzip wird in eine dynamische Notationsinstallation übertragen. Das Spiel erzeugt in Echtzeit eine grafische Partitur, die wiederum das weitere Spiel beeinflusst. Jede Handlung hinterlässt eine Spur, jede Spur verändert die nächste Handlung. Die einzige Regel lautet: Spiele die Notation. Ohne Ziel entsteht eine Performance, die sich ausschließlich aus sich selbst heraus entwickelt, eine permanente Gegenwart. Sie endet erst, wenn die Musiker nicht mehr weiterspielen können.

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