Jetzt aber war Frühling und ich ging jeden Morgen vor dem Frühstück in den Garten, pflückte ein frisches Brennnesselblatt und goss heißes Wasser darüber. Brennnesseltee zur Entgiftung. Was genau ich damit aus mir herausbekommen wollte, war mir nicht ganz klar. Das Gift eben. Meinen Darm, ganz und vollständig? Das, was ich nicht sah, aus mir raus, damit ich es anschauen und verstehen konnte. Um herauszufinden, woher diese Schmerzen kamen.

Und doch diese Angst vor dem Ungewissen. Vor diesen dunklen, feuchten, sich bewegenden Eingeweiden. Der Gedanke, dass ich neunundneunzig Prozent meines Körpers nicht sehen konnte...verwirrte mich.

 

Über die Nacht, über das Versteckte, über das, was sich unserer Kontrolle entzieht und unsichtbar bleiben will.