Am Anfang war die Emotion

Am Anfang war die Emotion. Wir nennen etwas Trauer, Freude oder Angst. Doch ein Begriff beendet keinen Prozess. Er ist nur der Anfang einer Annäherung.

Dieses Projekt macht sichtbar, was sich unserem Blick gewöhnlich entzieht: die neurobiologischen Prozesse, aus denen emotionale Erfahrung hervorgeht. Ausgangspunkt sind die molekularen Strukturen von Adrenalin, Serotonin, Dopamin und Oxytocin. Sie werden in abstrakte, steckbare Objekte übersetzt – zwischen wissenschaftlicher Präzision und gestalterischer Interpretation. Im Mittelpunkt stehen nicht Gefühle als fertige Zustände, sondern ihre Entstehung: Bewegung statt Stillstand, Beziehung statt Kategorie.

Die Installation eröffnet einen Raum, in dem sich Wissenschaft und subjektive Wahrnehmung begegnen. Sie lädt dazu ein, Emotionen nicht als Gegenspieler der Vernunft zu verstehen, sondern als ihren Ursprung – und das Unsichtbare nicht als Lücke unseres Wissens, sondern als Anfang neuer Fragen.