Abschlussarbeiten | Fotografie

Buran Alex Muchnik

Die Halbinsel Krim empfing mich neblig. Der Wunsch, meine fotografische Reihe auf der Halbinsel bereits in der Luft aus der Vogelperspektive zu starten, blieb unerfüllt – erst nach der problemlosen Landung durfte ich den ersten Blick auf den Boden der Krim, genauer gesagt der Hauptstadt Simferopol, erhaschen. Die Landebahn erschien mir unendlich lang, denn wir fuhren nach der Landung noch etwa eine Viertelstunde weiter, bis wir am Ziel ankamen. Danach erfuhr ich, warum. Die Länge der Landebahn hat einen geschichtlichen Hintergrund. Es war einst die Reservelandebahn für die sowjetische Raumfähre „Buran“. Durch diese Erkenntnis wurde für mich die Schwierigkeit der Grenzen bereits bei meiner Ankunft präsent. Die Landemanöver der „Buran“ fanden zu Zeiten der UdSSR statt, zu der Zeit, in der territoriale Grenzen eine eher untergewichtige Rolle spielten. Nach dem Zerfall war es der ukrainische Boden, auf dem sich diese Landebahn befand, jetzt gehört er zu Russland. Der sowjetische Shuttle, für den sie gebaut wurde, war und bleibt eine sowjetische Konstruktion, die allen zusammen und keinem im Einzelnen gehört. Wo ist hier die Grenze, ganz gleich, ob politische, territoriale oder nationale? In diesem Fall zeigt die Geschichte, dass Grenzen lediglich eine vorübergehende Erscheinung sind und deren Einfluss auf die geographische Lage des einen oder anderen Objekts nur schwer abzuschätzen ist.

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